Sanierungskosten beim Kauf einer Bestandsimmobilie

Welche Sanierungskosten auf Käufer zukommen können – von Pflichtmaßnahmen nach dem GEG bis zu sinnvollen Investitionen für Werterhalt und Energieeffizienz.

Kauf einer Bestandsimmobilie: Welche Sanierungskosten kommen auf Käufer zu?

Pflicht oder freiwillig? Das sollten Käufer vor dem Kauf wissen

Der Kauf einer Bestandsimmobilie ist oft preislich attraktiv – allerdings sollten Käufer mögliche Sanierungskosten realistisch einplanen. Neben freiwilligen Modernisierungen gibt es gesetzlich vorgeschriebene Maßnahmen, die sich aus dem Gebäudeenergiegesetz (GEG) ergeben.

Dieser Beitrag gibt einen klaren Überblick über typische Kosten, Pflichtmaßnahmen und sinnvolle Investitionen nach dem Immobilienkauf.

Welche Sanierungen sind gesetzlich vorgeschrieben?

Beim Eigentumsübergang einer unsanierten Bestandsimmobilie können insbesondere folgende Maßnahmen verpflichtend sein:

  • Dämmung der obersten Geschossdecke oder des Daches
  • Austausch veralteter Öl- oder Gasheizkessel
  • Dämmung von Heizungs- und Warmwasserleitungen
  • Vorhandensein einer funktionierenden Heizungsregelung

Die meisten dieser Maßnahmen müssen innerhalb von zwei Jahren nach Eigentumsübergang umgesetzt werden.

Typische Sanierungskosten – realistische Richtwerte

Die tatsächlichen Kosten hängen stark vom Zustand des Gebäudes, der Größe und den gewählten Materialien ab. Die folgende Übersicht dient als grobe Orientierung:

MaßnahmeKosten (ca.)
Dämmung oberste Geschossdecke3.000 – 8.000 €
Dachdämmung15.000 – 35.000 €
Austausch Heizkessel (Gas/Öl)10.000 – 18.000 €
Wärmepumpe inkl. Anpassungen20.000 – 40.000 €
Dämmung von Rohrleitungen500 – 2.000 €
Neue Fenster (optional)8.000 – 25.000 €

Welche Maßnahmen sind sinnvoll, aber nicht verpflichtend?

Neben den Pflichtmaßnahmen entscheiden sich viele Käufer bewusst für weitergehende Sanierungen, um Energiekosten zu senken und den Immobilienwert zu steigern:

  • Fensteraustausch
  • Fassadendämmung
  • Moderne Heiztechnik (z. B. Wärmepumpe, Solarthermie)
  • Kombinierte Sanierung im Rahmen eines Gesamtkonzepts

Fördermittel: So lassen sich Sanierungskosten reduzieren

Viele energetische Maßnahmen werden staatlich gefördert. Je nach Maßnahme sind Zuschüsse oder zinsgünstige Kredite möglich.

  • BAFA-Zuschüsse für Heiztechnik und Einzelmaßnahmen
  • KfW-Förderprogramme für Effizienzmaßnahmen
  • Zusätzliche Boni bei Vorliegen eines individuellen Sanierungsfahrplans (iSFP)

Eine frühzeitige Energieberatung hilft, Fördermöglichkeiten optimal auszuschöpfen.

Fazit: Sanierungskosten richtig einschätzen lohnt sich

Sanierungskosten sind beim Kauf einer Bestandsimmobilie kein Nachteil – sondern ein planbarer Faktor. Wer sich vor dem Kauf informiert, kann:

  • Pflichten realistisch einkalkulieren
  • Fördermittel nutzen
  • langfristig Energiekosten sparen
  • den Wert der Immobilie nachhaltig steigern

Eine fundierte Planung schützt vor Überraschungen und schafft Sicherheit beim Immobilienkauf.

Hinweis: Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine rechtliche oder technische Beratung. Maßgeblich ist stets der individuelle Zustand der Immobilie.